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| ... | Buch: Windows Server 2003 Terminaldienste |
Copyright © B. Tritsch, Mai 2005
Für den regulären Betrieb von Windows Server 2003 mit aktivierten Terminaldiensten im Anwendungsservermodus müssen mehrere Lizenzarten erworben werden. Zunächst einmal ist eine Windows Server 2003 Serverlizenz nötig, die man beim Erwerb des Serverbetriebssystems erhält. Zudem ist für jeden Client eine Windows Server 2003 Clientzugriffslizenz (Windows Server 2003 Client Access License – CAL) zur Nutzung der bereitgestellten Dateidienste, Druckdienste und sonstigen Netzwerkdienste erforderlich. Nicht zuletzt steht der Erwerb und die Aktivierung von Windows Server 2003 Terminalserver-Clientzugriffslizenzen an (Terminalserver Client Access License – TS-CAL). Hierbei gibt es Lizenzen, die pro Gerät (TS Device CAL), pro bekanntes Benutzerkonto (TS User CAL) oder für externe, unbekannte Benutzer (External Connector License) gelten. Die Verwaltung dieser Lizenzen geschieht über einen aktivierten Lizenzserver und erinnert stark an die Vergabe von Zertifikaten. Wichtig ist, dass die verfügbaren Lizenzen auf dem Lizenzserver (Start | Verwaltung | Terminalserverlizenzierung) auch dem eingestellten Lizenzierungstyp auf dem Terminalserver entsprechen (Start | Verwaltung | Terminaldienstekonfiguration | Servereinstellungen | Lizenzierung).
Die Vergabe von Zugriffslizenzen für Terminaldienste wird unter Windows Server 2003 je nach Lizenztyp unterschiedlich gehandhabt. Für die geläufigste Lizenzierungsart pro Gerät gilt folgendes Schema: Nachdem die Clientlizenzen auf einem Lizenzserver installiert und aktiviert wurden, kann der Server Lizenzen erteilen. Beim ersten Anmeldeversuch eines Clients an einem Terminalserver überträgt der Client keine Lizenzinformation. Der Terminalserver kontaktiert daraufhin einen Lizenzserver, der dem Client über den Terminalserver eine gültige Lizenz aus seinem Lizenzinventar erteilen kann. Diese neue Lizenz ist dabei während der ersten Anmeldung eine temporäre Pro-Gerät-Lizenz, die physikalisch auf dem Clientgerät gespeichert werden muss. Hierbei gibt es keine Geräte oder Client-Betriebssysteme, für die eine Ausnahme von dieser Regel existiert – dies war unter Windows 2000 noch etwas anders. Die Validierung einer Clientlizenz kann durch einen Terminalserver durchgeführt werden, ohne dass hierbei ein Kontakt zum Lizenzserver hergestellt werden muss.
Nimmt der Client nach Beendigung der ersten Sitzung wieder Verbindung zum Terminalserver auf, wird versucht, die temporäre Lizenz zu einer vollwertigen Pro-Gerät-Lizenz umzuwandeln. Sollten auf dem Lizenzserver keine Pro-Gerät-Lizenzen zur Verfügung stehen, so wird dem Client für den Zeitraum von 90 Tagen eine temporäre Lizenz ausgestellt. Nach Ablauf dieser Frist wird ein Benutzer dieses Clients nicht mehr in der Lage sein, sich an einem Terminalserver anzumelden, außer der Client erhält bei Verbindungsaufnahme eine vollwertige Lizenz. Hierbei hat auch eine vollwertige Lizenz eine Gültigkeitsdauer – sie liegt bei einem Zufallswert zwischen 52 und 89 Tagen. Liegt der Zeitraum bis zum Ablauf einer solchen Lizenz dann unter sieben Tagen, so wird sie bei der nächsten Verbindungsaufnahme zu einem Terminalserver automatisch erneuert und hat wiederum eine Gültigkeitsdauer zwischen 52 und 89 Tagen.
An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass auch ein nicht aktivierter Lizenzserver unter Windows Server 2003 für 90 Tage gültige temporäre Lizenzen vergeben kann. Wird der Lizenzserver dann innerhalb der 90 Tage aktiviert, so kann es je nach Konstellation bis zum jeweiligen Ablauf der temporären Lizenzen dauern bis sie durch vollwertige Lizenzen ersetzt werden. Dies lässt die Administratoren in der Übergangszeit oftmals nervös werden – schließlich wissen sie eine Weile nicht ganz sicher, ob der Übergang von temporären zu vollwertigen Lizenzen wirklich für alle Clients fehlerfrei funktioniert. Eine besondere Situation besteht bei neu installierten Terminalservern. Haben sie keinen Kontakt zu einem Lizenzserver, akzeptieren sie dennoch für 120 Tage die Verbindungsaufnahme von Clients ohne gültige Lizenzen. Nach dieser Zeit kann sich jedoch kein Benutzer mehr auf einem solchen Terminalserver anmelden. Kommt dagegen noch rechtzeitig vor Ablauf der 120 Tage der Kontakt zu einem Lizenzserver zustande, dann erhalten die Clients bei der ersten Verbindungsaufnahme zum Terminalserver temporäre Lizenzen. Bei der nächsten Verbindungsaufnahme erhalten die Clients vollwertige Lizenzen, sofern diese auf dem Lizenzserver vorhanden sind.